Dampfdiffusion, Sd-Wert

 

Warme Luft hat die Eigenschaft Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf aufzunehmen. Je wärmer die Luft ist, umso mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. Sobald im Gebäude die Luft wärmer ist als Außen, steigt die Luftfeuchtigkeit innen an. Die Natur hat nun das Bestreben den Feuchtegehalt in der Luft auszugleichen. Innen besteht nun ein Dampfdruck. Es findet eine Wasserdampfdiffusion von innen nach außen  durch die Bauteile statt, was zwangsläufig zur Durchfeuchtung führt.

Der in der Luft enthaltene Wasserdampf  erzeugt einen Druck den sogenanten Wasserdampfdruck. Er wird in Pa(Pascal) angegeben. Er ist abhängig von der Temperatur und der darin enthaltener Wasserdampfmenge. (relative Luftfeuchtigkeit)

Der in der Luft enthaltene Wasserdampf wandert von der Seite mit dem höheren Dampfdruck zu der Seite mit dem niederen Dampfdruck.

Beispiel:

Im Sommer findet wegen der höheren Außentemperatur die Dampfdiffusion von Außen nach innen statt. Die Austrocknung erfolgt nach innen. Sind Dampfsbremsen mit hohem Sd- Wert angebracht, so staut sich die Feuchtigkeit hinter der Dampfbremse und die Austrocknung wird verzögert. Aber es sind meistens Fenster geöffnet über die ein Dampfdruckausgleich ebenfalls stattfindet, so das der Ausgleich durch die Bauteile beeinträchtigt wird.

 

 

 

Weil die meisten Dämmstoffe ihre Wirkung  verlieren wenn sie feucht werden, muss vor der Dämmung (immer auf der warmen Seite) eine Dampfbremse oder Dampfsperre angebracht werden.  Eine durchnässte Dämmung ist ein hervorragender Wärmeleiter und bringt mehr Wärmeverluste als keine Dämmung. Feuchteschutz bedeutet auch gleichzeitig Wärmeschutz.

Der Wiederstand den ein Material der Dampfdiffusion entgegenwirkt wird mit der Dampfdiffusionswiderstandszahl µ angegeben. Je höher der Wert desto mehr wird die Wasserdampfdurchdringung gebremst. Beispiel: Mineralwolle µ 1, Luft µ 1, Fichte µ 50.

Der Diffusionswiederstand eines Bauteils oder Materials wird mit Sd-Wert in m angegeben. Diesen Wert erhält man wenn der µ Wert mit der Materialdicke in m multipliziert wird.

Beispiel: Mineralwolle µ 1 , Dicke 180 mm Sd = 1 * 0,18 m = 0,18 m

Der Sd-Wert wird bei Unterdachbahnen, Dampfbremsen und Dampfsperren angegeben.

Als Faustformel gilt das die Innenbeplankung einen 10-mal höheren Sd- Wert haben soll als die Außenbeplankung. Zum Beispiel: Innen Dampfbremse Sd = 3 m, außen Unterdach Sd = 0,3m

 

 

Unterschied zwischen Dampfsperren und Dampfbremsen

 

Dampfsperren haben einen Sd-Wert ab 1500 m

Sie sind in beide Richtungen dampfdicht und lassen keine Austrocknung zu.

Früher wurde Mineralwolle mit Alufolie verbaut. Alufolie ist Dampfdicht.

Lange Zeit war die Aluminiumfolie vom Markt verschwunden. Inzwischen werden sie von den Herstellern  wieder angeboten.

Dampfbremsen haben einen Sd-Wert 0,5 m bis 1500 m. Sie sind diffusionshemmend. Im Handel bezeichnen manche Hersteller ihre Folien mit einem Sd- Wert von 100 m als Dampfsperren.

Zur Auswahl stehen Dampfsperren mit Alubeschichtung, Dampfbremsen als Folien oder OSB Platten und Folien mit variabler Dampfdurchlässigkeit sogenannte Klimamembranen oder feuchteadaptive Dampfbremse.

Bei der Auswahl frägt man sich Dampfbremse oder Dampfsperre, was ist der Unterschied und was ist bei mir das richtige ?

Dies  ist vom Dachaufbau und bei der Sanierung von den vorhandenen Gegebenheiten abhängig.

 

Dampfsperren sollen verhindern das keine Feuchtigkeit in nicht hinterlüftete diffusionsdichte Dächer

Eindringen kann. Z.B. Blechdach, Dachschalung mit  Bitumendachbahn oder Kunststoffbahn.

 So die Theorie.

In der Praxis lässt sich das Eindringen von Feuchtigkeit im Steildach  nicht verhindern. Durch Flanken der Giebelwände oder Risse in Holzbalken (Kehlbalken)  diffundiert Feuchtigkeit hinter die Dampfsperre und ist dort eingeschlossen. Außerdem wird beim anbringen der Dampfsperre eine gewisse Luftfeuchtigkeit mit eingeschlossen. Auch durch nachträgliches lösen von Klebestellen, was  nicht selten ist, dringt Luftfeuchtigkeit ein. 

Früher( in den 80er) wurden auf der Dachschalung Bitumendachpappe aufgenagelt und zwischen den Sparren Mineralwolle mit Alufolie (Rolisol) angebracht. Zwischen Mineralwolle und Dachschalung war ein Luftspalt vorhanden. Üblich waren Dämmstoffdicken bis 120 mm. Durch die Belüftung oberhalb der Mineralwolle konnte eindringende Feuchtigkeit von innen durch Lecks, nicht sachgemäß angebrachter Dampfsperre oder Holzrisse noch eventuell wegtrocknen.

Bei der heutigen Bauweise werden, um die vorgegebenen U- Werte einzuhalten, die Zwischensparren voll  ausgedämmt. Eine Belüftung in der Sparrenebene ist nicht mehr vorhanden. Weil ein ausdiffundieren nach außen nicht möglich ist sind dampfdichte Dachkonstruktionen darauf angewiesen, bei der Umkehrdiffusion( beschrieben in Dampfdiffusion, Sd-Wert) nach innen austrocknen zu können. Mit einer angebrachten Dampfsperre ist dies nicht möglich. Hier können kleine Ursachen schon einen großen Schaden anrichten.

Bei Dachkonstruktionen mit Dampfdichtem Unterdach sollte auf Dampfsperren verzichtet werden.

Dampfsperren werden dort eingesetzt wo der Feuchtestrom nur in eine Richtung geht.

Richtige Dampfsperren werden hauptsächlich in Flachdächern eingesetzt.

 

Dampfbremsen mit Sd-Wert 100m werden in diffusionsoffenen Dächern eingesetzt. (Sie sperren die Wasserdampfdiffusion nicht sondern bremsen sie nur ab.)Wenn also eine Dachschalung aus Holz mit diffusionsoffener Unterdachbahn oder Holzfaserdämmplatten mit einer Hinterlüftung  zur Dacheindeckung besteht.

Die Unterdachbahn und Holzfaserdämmplatten haben einen sehr geringen Sd-Wert. Hier soll die Dampfbremse mit dem hohen Wert kaum Feuchtigkeit kontrolliert  in die Konstruktion hinein lassen die nach außen schnell ausdiffundieren kann. Inzwischen wurde festgestellt das auch hier bei der Umkehrdiffusion im Sommer hinter der Dampfbremse zu höherem Feuchtestau kommt. Die Diffusion nach innen wird durch den hohen Sd-Wert verzögert oder verhindert. Langfristig entstehen hier höhere Feuchtewerte.

Als Stand der Technik gilt, wenn außenseitig eine diffusionsoffene Schicht mit max. Sd 0,3 m vorhanden ist, muss innen eine Dampfbremse mit mindestens Sd 2m vorhanden sein.

Ein Sd Wert von 2m – 5m ist ausreichend und gewährleistet die sommerliche Austrocknung zum Raum hin.

Es  wird deshalb der Einbau von Dampfbremsen mit Sd-Wert 100 m in geneigten Dächern mit Normaler Luftfeuchte  nicht empfohlen sondern  Dampfbremsen mit Sd-Wert zwischen 2m-5m oder feuchteadaptiven Dampfbremsen einzubauen.

Bei Räumen mit dauernder hoher Luftfeuchtigkeit sind Dampfsperren mit Sd-Werten über 100 m einzusetzen. ( z.B. : Schwimmbäder)

 

 

 

Feuchteadaptive Dampfbremsen (auch Klimamembrane genannt) sind Dampfbremsen die einen variablen Sd- Wert je nach Hersteller zwischen 0,3 m und 20 m haben. Sie wirkt im Winter wie eine Dampfbremse mit ausreichendem Sd- Wert die nur wenig Feuchtigkeit durchlässt, im Sommer ist sie diffusionsoffen und angesammelte Feuchtigkeit vom Winter kann nach innen entweichen.

Fälschlicher Weise kann der Eindruck entstehen die Dampfbremse hat zwei Seiten, von innen nach aussen eine dichte und von aussen nach innen eine offene Seite. So werden sie oft verkauft, weil dies in den Beschreibungen so dargestellt wird das dieser Eindruck ensteht.

In Wirklichkeit variiert die Dichtigkeit je nach Feuchtegehalt egal von welcher Seite. Es wird im Winter mit einer Luftfeuchte von 60% ausgegangen. Hier haben die Dampfbremsen noch einen ausreichenden Sperrwert (je nach Hersteller) über Sd=2,5 m. Im Sommer wird mit einer höheren Feuchteansammlung zwischen Dämmung und Dampfbremse gerechnet und der Sperrwert sinkt bei 80% Sd= unter 1m.

Wird in Winter der Estrich eingebracht und die ersten paar Tage die Fenster geschlossen, Steigt die Luftfeuchte auf über 90% an. Hier haben die Dampfbremsen nur noch einen Sperrwert von unter Sd 0,3m und lassen viel Feuchtigkeit in die Konstruktion.

 

Zurzeit werden sie als Allheilmittel gegen Feuchteschäden gelobt. Ob die Funktion langfristig sichergestellt ist oder eine Beeinträchtigung durch Staubablagerung stattfindet und die Rücktrocknung dadurch verhindert wird ist mir noch nicht bekannt.

 

 Feuchteadaptive Dampfbremsen werden angewendet:

- bei der Dachsanierung von Außen, sie können um die Sparren gelegt werden ohne das die Sparren Fäulnispilze bekommen.

  Nur bei normalem Wohnraumklima.

- Bei dampfdichtem Dachaufbau mit  normalem Wohnraumklima (Blechdach, Bepflanztes Dach oder Bitumendachbahn auf              Dachschalung)

- allen diffusionsoffenen Dachaufbauten mit normalem Wohnraumklima.

 

Nicht angewendet werden können sie:

 - In Räumen mit dauern erhöhter Luftfeuchtigkeit über 60%

 

Vorteil: Im Winter Dampfbremse, im Sommer bei Feuchteansammlung offener für schnelleres austrocknen.

Die Folien können auch über Holzbalken gelegt werden, ohne dass die Holztrocknung beeinträchtigt wird.

Stabiler als Normale Dampfbremsen.

Nachteil:Bei hoher Luftfeuchtigkeit wie nach Estrich arbeiten, können Feuchteadaptive Dampfbremsen ihre Dampfbremsende Wirkung nicht wahrnehmen und lassen viel Feuchtigkeit durch und es kann zu Kondensat in der Dämmschicht kommen. Deshalb

sollten die Dampfbremsen erst nach Abschluß der Putz und Estricharbeiten und der Abgeführten entstandenen Luftfeuchte angebracht werden. Luftfeuchte max. 60%

Im privatem Bad oder Küche ist eine Anwendung unkritisch, da hier die Feuchtebelastung nur stoßweise besteht und hauptsächlich durch Lüften abgeführt wird.

Quelle: Fraunhofer Institut für Bauphysik. Fachpublikationen. Richtiger Einsatz von Dampfbremsen bei der Altbausanierung. Hartwig M. Künzel WTA-Journal 1/03 S. 6-25

 

 

 

OSB Platten haben eine Zulassung als Dampfbremse und haben im Holzhausbau die Folien weitgehendstens abgelöst. Üblich ist eine Dicke ab 15 mm sie hat einen Sd- Wert von ca. 3 m.

Die Platten sind eine Alternative zu den Folien. Anwendung: Wenn Zwischensparrendämmung mit Zellulose ausgeblasen wird, auf Sparren bei Aufdachdämmung sowie bei allen anderen Dachaufbauten möglich.

Plattenstöße müssen mit geeigneten Klebebänder verklebt werden auch Nut und Feder Stöße.

Verleimte N & F Stöße sind nicht dauerhaft Luftdicht. Zu Wänden und Durchdringungen sind Dehnfugen zu lassen die mit Klebeband oder Hochleistungsklebemasse Luftdicht zu verschließen sind.

Vorteil: Eine stabile Dampfbremse  auf der direkt Gipskartonplatten oder Gipsfaserplatten ohne Unterkonstruktion montiert werden können.

Nachteil: Höherer m² Preis, mehr Arbeitsaufwand. Für Altbauten mit  vielen Balkendurchdrinnungen als Dampfbremse bei  Zwischensparrendämmung wegen dem hohen Arbeitsaufwand nicht zu empfehlen. Als Dampfbremse für eine  Aufdachdämmung außen auf die Sparren angebracht sehr gut geeignet, da keine Verletzungen durch hervorstehende Nägel (wie bei Folien)  stattfinden.

 

Bei einem solchen Dachstuhl wäre eine Zwischensparrendämmung mit Untersparren angebrachter Dampfbremse aus OSB Platten oder Folie eine enorme Herausforderung dies dauerhaft Luftdicht an allen Balkendurchdrinnungen herzustellen. Hier wurde eine OSB Platte als Dampfbremse auf die Sparren angebracht mit einer Aufsparrendämmung.  Zwischen den Sparren wurde eine Gipsfaserplatte eingepasst und auf die OSB Platte geschraubt.

Quelle: Schote

Quelle: Schote

 

Bei einem neuem Dachstuhl ist es einfacher OSB - Platten als Dampfbremse unten an die Sparren zu montieren.

Bild: Schote
Bild: Schote

Dampfbremse oder keine Dampfbremse?

Eine Dampfbremse hat die Aufgabe die Dämmung vor zu schnelle und hohe einströmende Feuchtigkeit zu schützen.

Risse, Durchbohrungen oder lösende Klebestellen sind Schwachstellen an denen sich die Diffusion konzetriert.

Hier kann die Feuchtigkeit ungehindert verstärkt eindringen und zwar mehr als nach außen ausdiffundieren kann. Deshalb taucht immer wieder die Frage auf, ob es nicht  besser ist eine Dampfbremse wegzulassen damit keine Schwachstellen entstehen können. Die Feuchtigkeit könnte sich gleichmäßig über die gesamte Fläche verteilen.

 

Um Schäden zu vermeiden darf während der gesamten Heizperiode in einem diffusionsoffenem Dachaufbau sich nicht mehr als 0,5 Liter pro m² ansammeln. Dies ist ohne Dampfbremse nicht einzuhalten.

 

Ohne Dampfbremse entsteht zwischen Dämmung und Schalung oder Unterdachbahn Kondenswasser das bei Minusgraden gefriert und dadurch schwieriger und noch langsammer nach außen diffundieren kann. Von innen kommt aber immer Feuchtigkeit nach. Die Dämmung gefriert von außen her immer weiter zusammen.  Außerdem steigt durch das Kondenswasser die Holzfeuchtigkeit im äußeren Bereich der Sparren an. Die kritische Holzfeuchte liegt bei ca. 20%. Ab 20% Holzfeuchte können Holzzerstörerische Pilze entstehen. Ab 15% Holzfeuchte entstehen Schimmelpilze.

 

Wenn nach dem Glaserverfahren die Bauteiltemperaturen berechnet werden, so kann mann ( Grafik oben) erkennen dass die 0  Grenze ca. 3 cm von Außen in der Mineralwolle liegt. Ab hier gefriert die Mineralwolle wenn sie feucht ist bei Dauerfrost von -5°.

Nun stellen Sie sich mal vor es sind 4 Wochen im Januar Dauerfrost von durchschnittlich -5°. Es ist keine Dampfbremse vorhanden. Die Äußeren 3 cm in der Mineralwolle gefrieren, eine Diffusion nach Außen findet nicht mehr statt und von innen kommt immer feuchte nach. Die Mineralwolle saugt sich voll wie ein Schwamm. Das gleiche geschied  auch wenn die Dampfbremse nicht ordentlich verklebt wurde oder Löcher vorhanden sind.

 

 

Vergleich von Dampfbremsen

 

 

 

Um Festzustellen wie unterschiedlich angefeuchtetes Holz unter verschiedenen Dampfbremsen trocknet, habe ich folgenden Versuch gemacht:

 

Ein Fichtenbrett habe ich in 4 gleiche Felder mit Klebeband eingeteilt.

 

Das Holz wurde 5 mal im Abstand von je einer Stunde mit Wasser satt eingestrichen so dass alle Felder eine Holzfeuchte an der Oberfläche von 20% hatten.

Ungefähr so als würde ein getrockneter Sparren Baufeuchte aufnehmen.

 

Bild: Schote
Bild: Schote
Bild: Schote
Bild: Schote
Bild: Schote
Bild: Schote
Bild: Schote
Bild: Schote

Variable Dampfbremsen verschmutzen im Laufe der Zeit  im eingebauten Zustand.  Dämmgegner behaupten dass sie dann nicht mehr funktionieren würden.

 

Deshalb  wurde das erste Feld mit einer variablen Dampfbremse, die ich vorher mit Staub  eingerieben habe, zugeklebt.

 

Das zweite Feld wurde mit normaler variabler Dampfbremse zugeklebt.

 

Im dritten Feld wurde eine Dampfbremse mit Sd- Wert 100 m genommen, und das vierte Feld mit einer OSB-Platte 15 mm zugeklebt.

 

 

 

Bild: Schote
Bild: Schote

Alle vier Felder wurden in Einzelteile gesägt, seitlich und unten mit Folienklebeband zugeklebt.

Bild: Schote
Bild: Schote

 

 

Die Teile wurde ohne Sonneneinstrahlung zwei Wochen liegen gelassen. Bei einer Temperatur von 22 ° und einer  Luftfeuchte von 55 %

Bild: Schote
Bild: Schote

 

 

Danach wurden die Felder geöffnet und nochmal gemessen.

Bild: Schote
Bild: Schote
Bild: Schote
Bild: Schote
Bild: Schote
Bild: Schote
Bild: Schote
Bild: Schote
Bild: Schote
Bild: Schote

Erstaunlicher Weise konnte ich so keinen großen Unterschied zwischen den Dampfbremsen feststellen. Bei der Dampfbremse mit Sd 100 m zeigte die Messung 15 % bei allen anderen 14%.

Es hatte sich auch bei keinem Feld Schimmel gebildet.

Dies gilt nur für oberflächliche Holzfeuchte, nicht für durchfeuchtete Holzteile.

 

Nach diesem Test habe ich die Holzstücke 3 Tage in ein Eimer mit Wasser gelegt. Somit war ausreichend Zeit für das Holz sich mit Wasser voll zu saugen. Die Messung zeigte 26 % Holzfeuchte an. Alle Teile wurden wieder zugemacht und 3 Wochen liegen gelassen.

Bild: Schote
Bild: Schote

Nach dem Öffnen wurde wieder gemessen.

Bilder: Schote

Bild: Schote
Bild: Schote

Hier zeigte sich ein geringer Unterschied.

Unter variabler Dampfbremse 16 %

Unter OSB- Platte 17 %

Unter verschmutzter variabler Dampfbremse 18 %

Unter Dampfbremse Sd 100 m 22%

 

Bei höherer und tieferer  Holzfeuchte findet ein geringes unterschiedliches Austrocknen statt. Demnach würde auch Staubablagerungen, die garantiert vorkommt,  die variable Dampfbremse im Feuchtedurchlass beeinträchtigen.

 

Schimmelbildung wurde auch hier nicht festgestellt.

 

Dies bedeutet, wenn Sie die nachvolgenden Verarbeitungshinweise einhalten ist das Risiko für Feuchteschäden gering egal welche Dampfbremse sie verwenden.

 

 

 

Wichtiges zur Verarbeitung von Dampfbremsen.

 

Alle Materialien müssen für die vorgesehene Verwendung eine Bauaufsichtliche Zulassung haben und sind auch nur dafür zu verwenden.

Folien für Dampfbremsen oder Dampfsperren haben dafür eine Zulassung. Es dürfen keine anderen Folien verwendet werden.

Das gleiche gilt für Klebebänder und Klebedichtmasse. Silicon und Acryl statt Klebedichtmasse darf nicht verwendet werden. Sie sind nicht als Folienkleber zugelassen.

Jeder Hersteller hat für seine Produkte die Bauaufsichtliche Zulassung für die entsprechende Anwendung auf seiner Homepage bereitgestellt.

 

Bei Verklebungen mit Klebeband oder Klebedichtmasse darf die Folie nicht gespannt sein.

Staub bei der Folienüberlappung vorher abputzen.

Besonders bei Verklebungen an Holzbalken ist der Staub gründlich abzukehren oder abzusaugen. Hier lösen sich besonders oft die Klebebänder schon nach kurzer Zeit.

 

 Hier lösten sich die Klebebänder weil sie direkt auf Staub geklebt wurden. Obwohl ein Klebeband mit sehr guter Qualität verwendet wurde.

Quelle: Schote

Bei der Verklebung von Dampfbremse auf Mauerwerk an den Giebelwänden muss eine feste ebene Fläche vorhanden sein. Bröckelnder Putz oder unverputztes Mauerwerk muss vorher neu verputzt werden um eine ausreichende Haftung des Folienklebers zu ermöglichen.

Hier wurde eine neue Putzschicht aufgebracht.
Bild: Schote

Hier wurde eine neue Putzschicht aufgebracht.

 

 

 

 

Bild: Schote
Bild: Schote

Hier wurde auf dem altem Putz Folienkleber aufgebracht.

 

 

Bild: Schote
Bild: Schote

Wie gut der Putz hällt sieht man hier. In der Verabeitungsrichtlinie von Folienkleber steht: Die Untergründe sind vom Verarbeiter auf die Haftfähigkeit zu prüfen.

Also Putz abklopfen, Mauerwerk grundieren und eine neue Putzschicht aufbringen. Alles andere ist nicht Fachmännisch. Wird dies nicht gemacht und die Folie löst sich ab, kann ein Feuchteschaden entstehen. Jeder Handwerker hat vor Arbeitsbeginn eine Prüfpflicht. Wenn sein Gewerk aus irgendwelchen Gründen nich nicht ordnungsgemäß ausgeführt werden kann, darf er mit seiner Arbeit nicht beginnen. Er muß auf Vormängel hinweisen. Wir dies nicht gemacht,und er erledigt einfach sein Arbeit, haftet er für alle Folgeschäden. Ein ich kann nichts dafür das war vorher schon nicht richtig, gibt es nicht.

 

 

Alle Diffusionsberechnungen bei einem Diffusionsoffenem Dachaufbau  beziehen sich auf die Dampfdiffusion von innen nach außen mit sorgfältiger angebrachter Dampfbremse. Eindringenes Wasser von außen kann trotz eines diffusionsoffenem Dachaufbaus nicht vollständig ausdiffundieren. Dadurch sammelt sich mehr Wasser an als ausdiffundieren kann. Vor anbringen der Isolierung und Dampfsperre muss sichergestellt sein das kein Wasser von Außen eindringen kann. Besonders im Bereich von Dachfenstern entsteht sehr oft im Winter Kondenswasser. Das außen unter der Blechabdeckung entsteht und zwischen Fensterrahmen und Abdeckrahmen nach innen läuft. Die Ablaufrinnen an den Dachfenstern sollten frei von Laub und Schmutz sein.

 

Einer der wichtigsten Faktoren ist der Zeitpunkt an dem eine Zwischensparrendämmung und die Dampfbremse angebracht werden. Die Luftfeuchtigkeit darf nicht unterschätzt werden.

Der Putz an den Wänden muss ausgetrocknet sein. Auf den Sparren und der Dachschalung darf keine hohe Feuchtigkeit vorhanden sein, max. Holzfeuchte 15%. Die Luftfeuchtigkeit soll unter 60 % liegen.

Nach Estricharbeiten muss der Estrich vor Zugluft ca. 5 Tage geschützt werden. Die Fenster müssen geschlossen bleiben. Es entsteht eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit. Feuchteadaptive Folien verlieren ihre diffusionshemmende Wirkung und lassen viel Feuchtigkeit durch.  Sinnvoll wären die Dämmarbeiten erst nach den Estricharbeiten und ausreichender Trocknung Auszuführen.

Zur Not sollten Raumlufttrockner aufgestellt werden. 

Was für Auswirkung das haben kann, wenn die Luftfeuchte unterschätzt wird zeigen die nächsten zwei Bilder.

Hier zeigte sich nach wenigen Tagen mitten in der Dachfläche Feuchtigkeit zwischen Mineralwolle und Dampfbremse.

Quelle : Schote

Beim öffnen der Stelle sah man auf der Oberfläche der Holzfaserdämmplatte Wassertropfen und Schimmelpilze. Durch zu hohe Luftfeuchtigkeit war die Holzfaserdämmplatte zu Feucht. Die Feuchte wurde mit der Mineralwolle und der Dampfsperre eingeschlossen. Hier ist ein Diffusionsoffener Dachaufbau und die Feuchtigkeit kann nach Außen ausdiffundieren, aber das braucht seine Zeit. Bei genügender Feuchte die zwischen 24 – 48 Stunden anhält, beginnt das Wachstum von Schimmelpilzen.

Man darf das Wort diffusionsoffen nicht überbewerten und denken es kann nichts passieren die Bauweise ist ja Diffusionsoffen. Das austrocknen durch Diffusion braucht je nach Jahreszeit und Witterung unterschiedlich lange, das Wachstum der Schimmelpilze beginnt bei genügender Feuchte vorher.  

 

Quelle: Schote

Hier wurden im Dachgeschoß Dämmarbeiten ausgeführt und zwei Stockwerke unterhalb wurde mit Putzarbeiten begonnen. Durch das Fehlen der Türen war im Dachgeschoß die Luftfeuchte zu hoch. An der Unterseite der Unterdachplatte bildetten sich Schimmelpilze. Ausgeführt wurden die Arbeiten Mitte Oktober. Es war ungefähr die Hälfte des Dachs betroffen. 

 

Hammertacker verletzt die Folie beim aufschlagen mehr als ein Handtacker. Außerdem trifft man oft daneben und reist ein Loch in die Folie, das zusätzlich Zum anklammern der Folien sollte ein Handtacker und kein Hammertacker verwendet werden. Ein abgeklebt werden muss.

Sicherheitshalber sollten die Tackerstellen mit Klebeband abgeklebt werden.

 

Ein sorgfältiges anbringen und verkleben der Dampfbremse erfordert einen gewissen Zeitaufwand.

Nachdem meistens das billigste Angebot den Zuschlag bekommt und ein hoher Zeitdruck vorhanden ist, werden diese arbeiten oft unsorgfältig ausgeführt. Sie sollten daher ein wachsames Auge auf diese Arbeiten haben. Führen Sie die arbeiten selber aus, nehmen Sie sich genügend Zeit dafür.

 

 

Leider gibt es heutzutage alle mögliche Firmen die im Innenausbau tätig sind und alles machen von Dämmarbeiten, Verputzarbeiten, Bodenbelagsarbeiten, Trockenbau usw. . Viele dieser Firmen arbeiten hauptsächlich als Subunternehmer für wenig Geld. Das Problem ist, daß wenige deutsch sprechen und sich nicht verständigen können. Eine Berufsausbildung in einem Handwerksberuf hat kaum einer aber können tun sie alles.

Warum macht man in Deutschland eine Berufsausbildung in einem Handwerksberuf und Leute aus anderen Ländern können alles ohne Ausbildung?

Ein guter Handwerkbetrieb arbeitet in seinem Gewerk und ist darauf spezialisiert und dementsprechend Haftpflicht versichert.

 

Es ist ratsam auf die Qualifikation eines Handwerkbetriebs zu achten und die Arbeiten kontrollieren und nicht denken es wir alles richtig gemacht.

Um die Arbeiten kontrollieren zu können müssen sie sich etwas auskennen. Dazu sollen Ihnen meine Beiträge helfen.

 

Nachfolgend ein Beispiel wenn unqualifizierte Handwerker eine Arbeit ausgeführt haben.

Bild: Schote
Bild: Schote

Wo ist hier die Randverklebung zum Mauerwerk ?

Bild: Schote
Bild: Schote

Hier ist wohl die Dämmung ausgegangen?

Bild: Schote
Bild: Schote

Randverklebung zum Balken?

Bild: Schote
Bild: Schote

Keine Verklebung der Folienüberlappung.

Bild: Schote
Bild: Schote

Die Folie ist wohl ein bischen zu kurz geraten.

Link zu: Dampfbremse (Dampfbremsen bei der Altbausanierung www.hoki.ipb.fraunhofer.de/ibp/publikationen          /fachzeitschriften)

               www.ib-rauch.de  Gute Infomationen über Sanierung von Altbauten.

 

Verwendete Literatur:

Bauphysik Walter Bläsi 7. Auflage  2008 Europa Lehrmittel Nourney Vollmer GmbH & Co.KG  42781 Haan-Gruiten

RWE Bau Handbuch 14. Ausgabe EW Medien und Kongresse GmbH Frankfurt am Main

Schimmelpilze in Wohnungen Frank Frössel Baulino Verlag GmbH 2010 Waldshut- Tiengen