U-Wert Energieeinsparverordnung 2014

 

Maßnahmen zur Dämmung werden heute nur nach dem U-Wert berechnet. Der U-Wert gibt die Wärmeenergiemenge an, die pro Stunde durch eine Bauteilfläche von 1 m² mit einer bekannten Dicke(im m, Beispiel Mineralwolle 180 mm = 0,18m) hindurchgeht bei einem Grad Temperaturunterschied zwischen Raumluft und Aussenluft im Zustand der Dauerbeheizung. Allerdings wird von trockenen Bauteilen ausgegangen. Eine geringe enthaltene Feuchtigkeit die fast immer vorhanden ist, wird nicht berücksichtigt.

Ein Energieausweis (Bedarfsausweis) gibt den errechneten Energiebedarf aufgrund der Vorhandenen oder Geplanten Bauweise an, unabhängig vom Standort. Das bedeutet es ist egal ob Sie in Sonniger oder Schattiger, ob 100 m oder 1500 m Höhe, Windgeschützt oder in Windreichen Lagen Wohnen.

Sie müssen nur wissen, je kleiner der U-Wert desto weniger Wärme wird von Innen nach Aussen geleitet.

 

Um den U- Wert auszurechnen benötigt man die Wärmeleitfähigkeit des Materials den sogenannten Lamda Wert der gekennzeichnet ist mit λ. Bei Dämmstoffen ist dieser Wert immer angegeben, zum Beispiel λ 0,035 W/(m•K). Bei anderen Materialien steht er in dem technischem Datenblatt.

 

An der Wärmeleitfähigkeit kann man ablesen wie gut oder schlecht ein Material Wärme leitet. Ein Material gilt als Dämmstoff wenn es die Wärmeleitfähigkeit unter 0,01 W/(m.K) besitzt.

 

In der Tabelle sind zum Vergleich ein paar Materialien mit Wärmeleitfähigkeit

Material λ- Werte
   
Kupfer 390
Aluminium 115
Stahl 50
Edelstahl 15
Stahlbeton 2,3 – 2,5
Wasser 0,58
Fichtenholz 0,13
Mineralwolle 0,032 - 0,045
Pu- Schaum 0,024
Vakuumdämmung 0,004 - 0,006

 

 

Aus der Tabelle lässt sich erkennen, daß Wasser ein ungefähr 12 mal höhere Wärmeleitfähigkeit besitzt als z.B. Mineralwolle. Dies bedeutet das feuchte Dämmstoffe seine Dämmeigenschaften verlieren.

 

 

Beim U-Wert ist nach der Energieeinsparverordnung (EnEV)   zwischen  Gebäudebestand und Neubau zu unterscheiden.

Bei einem Neubau wird der benötigte U-Wert des Daches errechnet. Der Nachweis des Wärmeschutzes nach EnEV 2014  erfolgt über den spezifischen Tranzmissionswärmeverlust der gesamten Wärmeübertragungsfläche  des Gebäudes und eventuell in Abhängigkeit eines vorgegeben Primärenergie Bedarfs.

Das bedeutet:  Der U-Wert vom Dach ist Abhängig  vom U-Wert aller Bauteilflächen die gegen Aussenluft, Erdreich oder Unbeheizte Räume grenzen. (z.B. Fenster, Außenwänden,  Kellerboden, Treppenhauswände usw.) Auch die Art der Heizanlage kann eine Rolle spielen.

Die Berechnung bezieht sich auf ein Referenzgebäude gleicher Geometrie. Hier ist ein Referenzausführungswert von U- Wert = 0,2 beim Dach vorgegeben.

Je nach geplanter Energieeffizienz des Gebäudes unterscheiden sich die U-Werte ebenfalls.

Wird ein Neubau nach Energieeinsparverordnung gebaut, sind die U-Werte höher als beim Bau von einem KFW  Effizienzhaus. Bei kleinerem U-Wert ist mehr Dämmung erforderlich und die Energieeinsparung höher.

Sie brauchen erst den errechneten U-Wert vom  Dach um dann mit der Wärmeleitfähigkeit des gewählten Dämmstoffes die erforderliche Dämmdicke zu berechnen. Beim Bauantrag muss der Energieausweis mit Eingereicht werden. Aus der Berechnung können Sie den erforderlichen Dachaufbau entnehmen. Die Berechnung macht in der Regel der Architekt( mit Fortbildung zum Gebäudeenergieberater)  oder der Statiker. Da diese die Gebäudedaten von der Planung her haben.

 

In  Bestandsgebäuden ist nach EnEV 2014 Anlage 3 bei  Dachflächen, Dachgauben und Dachflächenfenster der  U-Wert  vorgegeben. Die Anforderungen sind einzuhalten wenn die Bauteile ersetzt oder erstmalig eingebaut werden.  U-Wert wird  in W(m²k) angegeben.

Dachflächenfenster                                                                                                1,4  W(m²k)

Dachflächenfenster mit Sonderverglasung (z.B. Schallschutzvergl.)             2,0  W(m²k)

Dachflächen und Dachgauben                                                                             0,24 W(m²k)

 

Diese Werte sind in den meisten Fällen kein großes Problem und können eingehalten werden. Handwerksfirmen sind verpflichtet sich danach zu  richten.

Für die Einhaltung  der EnEV ist der Bauherr  verantwortlich.

Es gibt eine Ausnahmeregel:

Wird der Wärmeschutz als Zwischensparrendämmung  ausgeführt und ist die Dämmschichtdicke wegen einer innenseitigen Bekleidung der Sparrenhöhe begrenzt, so gilt die Anforderung  als erfüllt, wenn die nach anerkannten Regeln der Technik höchstmögliche Dämmschichtdicke(Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit =  0,035 W(m²K) eingebaut wird. Werden Dämm- Materialien in Hohlräumen eingeblasen oder Dämm-Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet, ist ein Bemessungswert der Leitfähigkeit von  = 0,045W(m² k) einzuhalten.

Das bedeutet: Sollte aus platzgründen eine benötigte Aufdoppellung  der Sparren( wegen der benötigten Dämmstoffdicke um den vorgegebenen U-Wert zu erreichen) nicht möglich sein, dann brauchen Sie den vorgegebenen U-Wert nicht einhalten. Es reicht aus mit der höchstmöglichen Dämmdicke mit Wärmeleitfähigkeit (WLG)  0,035 bei Mineralwolle (Glaswolle, Steinwolle) oder mit WLG 0,045 bei Zellulose, Hanf, Holzfaserdämmstoffe, Perlite und sonstige nachwachsenden Materialien zu Dämmen.

 Quelle: EnEV 2014

 

 

 

 

Fördergelder

Möchten sie nur das Dach dämmen und keine Fördergelder beantragen, kann die U-Wert Berechnung die Handwerksfirma machen oder bei Eigenleistung im Baustofffachhandel, wenn Sie dort das Material kaufen, gemacht werden.

 

Wenn Sie Fördergelder beantragen wollen, benötigen Sie einen Gebäudeenergieberater noch bevor Sie Angebote von Handwerksfirmen einholen.

Die Vergabe von Fördergeldern der KFW Bank ist nur möglich wenn die vorgegebenen technischen Mindestanforderungen erfüllt werden. Diese sind wesentlich höher als die Vorgaben der Energieeinsparverordnung. Der Gebäudeenergieberater muss nach Abschluss der Arbeiten bestätigen dass die Ausführung nach den erforderlichen Anforderungen gemacht wurde. Ist dies nicht der Fall, fällt die Förderung weg.

 In der Gebäudesanierung sind diese Vorgaben nur mit viel Arbeitsaufwand erreichbar und der wirtschaftliche Nutzen oft fraglich und manchmal Unsinnig. Die Zuschüsse gleichen bestenfalls nur den erforderlichen Mehrpreis der Materialkosten aus. Der hauptsächliche Vorteil  besteht aus dem zinzverbilligtem Darlehn.

 

Haben Sie vor nicht nur das Dach sondern mehrere Sanierungsmaßnahmen ohne Fördergelder auszuführen, ist es empfehlenswert (kein muss) die Maßnahmen mit einem Architekt oder vom Gewerk unabhängigen  Gebäudeenergieberater abzuklären. Nicht selten werden Teure  oder unzureichende Maßnahmen gemacht die nicht unbedingt sinnvoll sind.

 

Fachunternehmererklärung

Wird eine Handwerksfirma mit der Dachdämmung beauftragt, ist er verpflichtet nach Abschluss der Arbeiten eine Fachunternehmererklärung  Ihnen zu übergeben. Dies gilt auch für  alle Handwerker anderer Gewerke wie bei  Fenstereinbau, Haustüreinbau, Bodendämmungen, Fassadendämmung  und Heizungseinbau und Einbau oder Austausch von Dachfenstern.

Wenn Sie Fördergelder beantragt haben, benötigen Sie die Fachunternehmererklärung als Nachweis.

Damit bestätigt die Handwerksfirma dass die Ausführung nach der Richtlinie der Energieeinsparverordnung  gemacht wurde.

Leider wissen viele Firmen gar nichts davon und stellen keine Fachunternehmererklärung aus. Sie sollten deshalb darauf bestehen.

Im Schadensfall kann dies sehr nützlich sein wenn festgestellt wird, dass die Ausführung nicht der Bestätigung entspricht.

 

Luftdichte Bauweise

Seit der Energieeinsparverordnung 2009 ist eine Luftdichte Bauweise vorgeschrieben. Sie ist notwendig und Voraussetzung damit der U-Wert stimmen kann.

Luftdicht und Winddicht sind verschiedene Begriffe.

Eine winddichte Schicht befindet sich Außen unter der Dacheindeckung und soll verhindern dass Luft von außen durch Winddruck nach innen eindringen kann und zur Auskühlung der Dämmung sorgt.  Ein Minneralwolle von der außen Wind hinein bläst hat wenig Dämmwirkung. Die Winddichtigkeit wird mit Unterspannbahnen oder mit Holzfaserunterdachplatten hergestellt.

Eine Luftdichte Schicht befindet sich Innen und soll den unkontrollierten Wärmestrom nach außen verhindern. Im Dachbereich wird dies mit einer Dampfsperre oder Dampfbremse erreicht. Auch fachgerecht angebrachte und verspachtelte Gipskartonplatten bilden eine Luftdichte Schicht aber keine Dampfsperre oder Dampfbremse. Das beste Dämmaterial verliert seinen Wert wenn durch Fugen ungehindert warme Luft nach Außen strömen kann.

Es gibt noch viele Leute und auch Handwerker die hartnäckig der Meinung sind das ein Haus atmen muss. Wenn Sie nachfragen warum das so sein muss, wird man feststellen, dass die meisten dies einmal gehört haben und nun glauben dass es Richtig ist. Bei Handwerkern kommt oft die Aussage, zu dicht ist auch nichts. Früher hat man nicht so dicht gebaut und es war alles immer gut. Heute wird zu dicht gebaut und es gibt Probleme mit Schimmel.

Stimmt, es gibt bei manchen Gebäuden die Energetisch Saniert wurden Schimmelprobleme, aber es gibt auch  viele Gebäude die keine Schimmelprobleme haben. Auch Alte Gebäude die  nicht  Luftdicht gebaut wurden haben Schimmelprobleme. Ich selbst bin in einem alten Haus, Baujahr 1866 aufgewachsen. Dieses Gebäude hatte, so könnte man sagen, geatmet. Im Winter war von einem behaglichen Wohnklima nur zu träumen. Es Zog an allen Ecken und Enden. Ein Luftaustausch (Atmung) war großzügig vorhanden. Trotzdem war der Schimmel an den Außenwänden gerne und dauernd in der kalten Jahreszeit anwesend.

Warum also soll man nicht luftdicht bauen, wenn in den Gebäuden wo durch Undichtigkeiten ein Luftaustausch vorliegt genau so Schimmelprobleme vorhanden sind?

Schimmelpilzsporen sind Bestandteile der Luft und lagern sich überall ab. Sie können im gesamten Gebäude überall wachsen. Dennoch entstehen sie nicht überall sondern nur an bestimmten Stellen.

Egal  ob es sich um Dichte oder sogenannte atmende Häuser handelt, wenn man die Stellen vergleicht,  kann man feststellen dass sie oft die gleichen sind. Zum Beispiel Fensterlaibungen, Gebäudeecken, bei Rolladenkästen, dünne Außenwände usw..

Entscheidend für eine Aktivierung zum Wachstum der Sporen ist genügend Feuchtigkeit. Diese Feuchtigkeit  entsteht dort wo eine Abkühlung der Oberflächentemperatur stattfindet. Hier kühlt die Raumluft ab und kann nicht mehr so viel Feuchtigkeit halten. Es bildet sich Kondenswasser auf der Oberfläche. Diese  Stellen  sind Wärmebrücken.

Weil zuerst Feuchtigkeit notwendig ist um das Wachstum von Schimmelpilzen zu ermöglichen, ist Schimmelbefall immer auch ein Feuchteschaden der nicht auf fehlende Fugen oder Undichtigkeiten zurückzuführen ist sondern auf Kondenswasser durch  Unzureichenden Wärmeschutz.

Eine Luftdichte Bauweise verhindert dass warme, feuchte Luft unkontrolliert nach außen strömt und sich Feuchtigkeit in der Konstruktion an den kalten Teilen  absetzen kann.

Für einen ausreichenden hygienischen Luftwechsel und Feuchteabfuhr ist entweder eine ausreichende Fensterlüftung oder eine kontrollierte Lüftungsanlage notwendig.

Ein Luftaustausch durch Fugen und Undichtigkeiten ist keinesfalls  Ausreichend und hat nur Wärmeverluste und eventuell Feuchteschäden zur Folge.

Im Klartext: Für ausreichenden Luftwechsel ist nicht Pfusch am Bau Verantwortlich sondern die Bewohner. Im Gegenteil bei Pfusch lässt sich Kondenswasser auch bei normaler ausreichender Lüftung kaum  vermeiden.

 

 

Verwendete Literatur: Schimmelpilze in Wohnungen Frank Frössel Baulino Verlag GmbH Waldshut- Tiengen 3. Auflage 2010

 

 

Bestandsschutz

 

Ein Gebäude ist bestandsgeschützt wenn es genehmigt und genehmigungkonform errichtet wurde und zum Zeitpunkt der Errichtung nach geltendem Recht gebaut wurde. Es darf auch nichts rechtswidrig geändert werden. Auch die Nutzungsart muss die gleiche Bleiben.

Dies bedeutet, das Gebäude kann so erhalten bleiben wie es bei der Errichtung den Vorschriften entsprach, auch wenn die sich ändern.

So wie es ist darf es bleiben und es besteht keine Pflicht nach den geänderten Vorschriften anzupassen.

Renovierungs- Modernisierungsmaßnahmen die zur funktionsgerechten Erhaltung dienen sind zulässig.

 

Allerdings kann bei bestandsgeschützten Gebäuden eine Anpassungspflicht gestellt werden wenn diese zur Abwehr erheblicher Gefahren für Leben und Gesundheit notwendig sind.

Ein Beispiel wäre hier die eingeführte Pflicht von Rauchmeldern in Bestandsgebäuden.

 

Sobald Erneuerungen (Ausbau), Erweiterungen oder Nutzungsänderungen stattfinden hört der Bestandsschutz auf. Diese Arbeiten müssen nach den aktuell geltenden Vorschriften ausgeführt werden.

 

Einzige Ausnahme ist der Schallschutz. Hier gilt die Anforderung zur der Zeit in der das Gebäude errichtet wurde. Ein Anpassung an die aktuelle Schallschutz Norm ist oft nicht möglich oder mit sehr hohen Kosten verbunden.

 

 

Beispiel Erneuerung: Es werden neue Fenster eingebaut. Ein Nachbargebäude ist weniger als 5m entfernt. Auf dieser Seite sind normale Fenster vorhanden. Mit dem Ausbau hört der Bestandschutz auf und nun müssen Brandschutzfenster eingebaut werden.

 

 

Beispiel Erweiterung: Seit 2009 müssen alle bedienbaren Steckdosenstromkreise im Innenbereich mit einem FI- Schutz - Schalter (RCD- Schalter) abgesichert sein. Vorher nur Bad und Leitungen die ins Freie führten an denen Tragbare Geräte angeschlossen werden können.

 

Für Stromkreise vor 2009 gilt der Bestandschutz. Das heißt es gibt keine Nachrüstpflicht wenn sie nach damaligen Normen und Richtlinien entsprochen hat.

 

Der Austausch einer Steckdose erfordert kein Nachrüsten.

 

Wird aber der Steckdosenstromkreis um weitere Steckdosen erweitert ( z.B. neue Küche), ist dieser Stromkreis an den aktuellen Vorschriften anzupassen.

 

Quelle: Wikipedia Fehlerstrom- Schutzschalter

 

Beispiel Nutzungsänderung: Eine Wohnung soll in ein Büro oder eine Praxis geändert werden.

 

Hier wird in eine Gewerbliche Nutzung geändert.

 

 Quelle: http://www.juramagazin.de/bestandsschutz.html

 

 

 

Link zu: KFW-Bank

               EnEv 2014

               Luftdichte Bauweise