Dämmung der obersten Geschossdecke

 

Oberste Geschossdecke sind Decken beheizter Räume zum unbeheizten Dachgeschoss.

Bei Neubau:Referenzausführung  U- Wert 0,2 W/m²K

 

Im Gebäudebestand.

Die EnEV 2014 schreibt vor, dass ab 2016 die oberste Geschossdecke gedämmt sein muss, wenn sie nicht die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz erfüllt nach Din 4108-2 erfüllt.

Der Mindestwärmeschutz soll Bauschäden durch Tauwasserbildung verhindern. Dazu ist ein Wärmedurchlasswiederstand  von   R 1,2 m²k/W gefordert. Dies entspricht einem U-Wert von U= 0,75W(mK)

Für Bauteile unter 100 Kg/m² ist ein erhöhter R-Wert von 1,75m²k/W vorgegeben. Dies entspricht einem U-Wert von U=0,53 W(mK).

Für Holzbalkendecken gilt deshalb ein Mindestwärmeschutz von R 1,75m²k/W oder U-Wert von 0,53W(mK)

Der Wärmedurchlasswiederstand gibt an wie groß der Wiederstand ist Wärme hindurchzulassen. Je größer der R-Wert eines Bauteils ist, umso besser ist seine Dämmwirkung.

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) gibt die Wärmeenergiemenge an die in einer Sekunde durch 1m² des Materials in seiner Dicke hindurchgeht bei 1°C Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenluft. Je kleiner der U-Wert, umso größer die Energieeinsparung. 

 

 

Dies gilt nicht wenn das Dach darüber gedämmt ist. 

 

Weitere Ausnahmen:  In Wohngebäuden  unter drei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine Wohnung seit dem 1. Februar 2002 selbst bewohnt,  ist für die Pflichterfüllung erst bei einem  Eigentümerwechsel der neue Eigentümer innerhalb von zwei Jahren ab Eigentumsübergang zuständig.

 

Die Pflicht entfällt auch, wenn der erforderliche Aufwand durch die eintretenden Einsparungen innerhalb einer angemessenen Frist nicht erwirtschaftet werden kann.

                    

Quelle: EnEV 2014

Nach der Gebäude-Typologie sind die U-Werte für die Oberste Geschossdecke die zur Berechnung

Verwendet werden dürfen bei Einfamilienhäusern folgendermaßen festgelegt.

 

Gebäude bis 1918

Holzbalkendecke mit Blindboden und Lehmschlag, Unterseite- Putzt auf  Schilfrohrmatten

Mit Dielung auf der Oberseite

 

U-Wert 1,35

U-Wert 0,95

Gebäude 1919- 1948

Holzbalkendecke mit Blindboden und Lehmschlag, Unterseite- Putzt auf  Schilfrohrmatten

Mit Dielung auf der Oberseite

 

U-Wert 1,35

U-Wert 0,95

Gebäude 1949-1968

Holzbalkendecke mit Lehmschlag, Unterseite 1.5 cm mineralisierte Holzwollplatten verputzt

 

Ortbetondecke mit schwimmenden Estrich auf 2-3 cm Mineralwolle

 

U-Wert 1,33

 

 

U-Wert 1,22

Gebäude1969-1977

Gipskartonplatten oder Profilbretter unter 6-8 cm Mineralwolle

 

Ortbetondecke mit schwimmenden Estrich auf 2-3 cm Mineralwolle

 

U-Wert 0,61

 

 

U-Wert 1,05

Gebäude 1978-1982

 

 

Holzbalkendecke mit Dämmung

U-Wert 0,35

Ab 1983

Holzbalkendecke mit Dämmung

U-Wert 0,31

 

Die Dämmung der obersten Geschossdecke kommt dann in Frage, wenn der Dachraum nicht ausgebaut ist, oder in Zukunft auch nicht ausgebaut wird.

Besonders wenn das Dach keine Unterdachbahn hat und die Dachziegel von innen sichtbar sind, ist es weniger Arbeitsaufwand die Geschossdecke zu dämmen.

Ist eine Aussenwanddämmung vorhanden  oder geplant ist es Sinnvoller die Dachschräge zu dämmen und nicht die oberste Geschossdecke. Im Bereich der Giebelwände oberhalb der Geschossdecke wäre die Aussendämmung ohne Dämmwirkung. Die Giebelwände würden von innen her auskühlen.

Grafik: Schote
Grafik: Schote



Um die erforderliche Winddichtigkeit zu bekommen, müsste das Dach abgedeckt und zumindest eine Unterspannbahn aufgebracht  und neu Eingedeckt werden. Oder mit viel Aufwand zwischen den Sparren eine Unterdachbahn oder Unterdachplatte angebracht werden. Da das Dachgeschoss von der Höhe sich zum Ausbau nicht eignet, ist das Dämmen der Geschossdecke die bessere Lösung. Die Sichtkontrolle der Dachkonstruktion bleibt somit erhalten. 

Quelle Schote
Quelle Schote

 

 

 

 

Bei der Dämmung der obersten Geschossdecke handelt es sich von der Funktion her um eine Aussendämmung.  Auch hier findet eine Dampfdiffusion wie bei der Dachdämmung statt. Auch hier müssen eine Dampfbremse von Unten und eine Winddichtigkeit von Oben vorhanden sein.

 

Nach den Meinungen der Dämmstoffhersteller, Baustoffhändler und sonstige Fachleute ist die Dämmung der obersten Geschossdecke eine effektive, kostengünstige  und eine einfache Möglichkeit zu Dämmen gegenüber dem Dachstuhl.

Wenn wir die Vorteile die genannt werden anschauen, dann entspricht dies der Wahrheit.

 

Vorteile der obersten Geschossdecke dämmen:

 

Der Dachraum oberhalb wird nicht mit beheizt.

Die Deckenfläche ist viel kleiner als die Dachfläche, der Arbeitsaufwand ist geringer.

Die Sichtkontrolle der Dachkonstruktion bleibt erhalten.

Defekte Dachplatten können von innen her ausgetauscht werden.

Einfach und schnell auch von Laien ausführbar.

 

Da aber wie alles nicht nur Vorteile sondern auch Nachteile hat, sehen wir mal nach den

Nachteilen und auftretende Probleme der obersten Geschossdecke dämmen:

 

Der Dachraum  oberhalb wird nicht mit beheizt, dadurch entstehen Temperaturen im Minus Bereich. Giebelwände, Kamine, Ringanker, Treppenhauswände oder Bodentreppen kühlen stark aus. An diesen Stellen bleiben hohe Energieverluste mit möglicher Wasserdampfkondensation.

Grafik; Schote
Grafik; Schote

 

In Bestandsgebäuden sind Betondecken oft fast bis Aussenkante betoniert oder nur 2 cm Heraklit angebracht. Hier bleibt eine Umlaufende Wärmebrücke bestehen, an der Innenseite kann es zu Kondenswasser ausfall kommen. Nur mit einer Aussendämmung  kann dieses Problem beseitigt werden.

Grafik: Schote
Grafik: Schote

 

 

Bei Holzbalkendecken älterer Bestandsgebäuden sind Hohlräume mit Einschubböden und Schlacke vorhanden. Eine Dampfbremse ist nicht Vorhanden.  Die Ausmauerung   Wird nur eine Dämmung auf dem Boden aufgebracht ohne die Hohlräume an der Aussenwand zu verfüllen, kühlt die Luft unterhalb der Dämmung aus. Die Dämmung der Geschossdecke ist ohne großen Wert. Entlang der Aussenwand entsteht unterhalb der Dämmung Kondenswasser. Die Holzfeuchte kann gefährlich ansteigen..

 

 

Grafik: Schote
Grafik: Schote

 

 

Im Neubau ist die Dämmung der obersten Geschossdecke sicherlich einfach und schnell auch vom Laien ausführbar. Da Wärmebrücken von der Planung her schon ausgeschlossen werden. Aber hier spielt der Zeitpunkt der Ausführung eine Bedeutende Rolle und sollte unbedingt beachtet werden.

In Bestandsgebäuden sind je nach Gegebenheit zusätzliche Maßnahmen notwendig, dies erhöht den Arbeitsaufwand.

Hier kann eine unzureichende und Schnelle Maßnahme nicht nur nützen sondern auch Schaden. Spätestens dann  ist ein Laie überfordert und von einfach, günstig und schnell kann keine Rede mehr sein.

Zum Dämmen der obersten Geschossdecke in Bestandsgebäuden gehört mehr als nur mal schnell etwas Dämmung auslegen.

Deshalb sollte immer ein Fachmann die Gegebenheiten vor Ort analysieren und die notwendigen Maßnahmen erläutern. Eine Pauschallösung gibt es auch hier nicht, zu unterschiedlich und vielseitig sind die Bauarten. Im Baustoffhandel können Sie nur über die Dämmsysteme verschiedener Hersteller Beratung finden, eine fachliche richtige Lösung kann vom Schreibtisch aus nicht erwartet werden. Im Baumarkt können Sie fachlich keine Beratung erwarten.

 

Bei mineralischen Decken wird eine Dampfbremse mit hohem Sd-Wert (100m) aufgebracht und sorgfältig am Rand dicht verklebt. Stöße müssen überlappen und mit Klebeband abgeklebt werden. Um Beschädigungen zu vermeiden Decke vorher sorgfältig Putzreste abschaben und abkehren. Danach kann der gewählte Dämmstoff  aufgelegt werden. Am besten zwei Lagen mit versetzten Stößen. Als Trittfester Belag können Trockenestrich  oder OSB- Platten aufgelegt werden.

Um die Wirkung der Wärmebrücken (Kamin, Giebelwände, Kniestock usw.) zu minimieren, muss hier ca. 50 cm hoch zusätzlich gedämmt werden. Wände von Treppenhäuser und Dachschrägen in Treppenhäusern  müssen komplett  gedämmt werden.

Auch die Türe zum Dachgeschoss sollte gedämmt  oder ausgetauscht werden.

Grafik: Schote
Grafik: Schote

 

 

Dampfbremse auf Betondecke ?

 

Soll eine Dämmung auf einer Betondecke ( Oberste Geschossdecke) verlegt werden, stellt sich immer die Frage ob eine Dampfbremse nötig ist oder nicht.

 

Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen und auch ich kann die frage nicht mit ja oder nein beantworten. Nach meiner Meinung kann dies nicht Pauschal beantwortet werden. Es kommt auf die Decke an.

 

Ich habe dazu folgende Meinung:

 

Auf Betondecken die vor kurzen betoniert wurden, ist mit nachstoßender Feuchtigkeit über einen langen Zeitraum (mehrere Jahre) zu rechnen. Sollte die Betondecke nicht älter als 5 Jahre sein, auf jeden Fall eine Dampfsperre ( Polymerbitumenbahn) verwenden.

 

Ältere Betondecken die durch Umbaumaßnahmen stellenweise Feuchtigkeit aufgesaugt haben, eine Dampfbremse mit hohem Sd-Wert ( 100 m ) verwenden.

 

Ältere und absolut trockene Betondecken brauche meiner Ansicht nach keine Dampfbremsen oder Dampfsperren.

 

Zwar hat rechnerisch eine 20 cm Betondecke nur einen Sd-Wert zwischen 16 und 26 m, aber die Betondecke speichert Feuchtigkeit und gibt sie wieder an die Raumluft ab wenn z. B. durch lüften die Luftfeuchte im Raum absinkt. Sie ist eine Feuchte regulierende Schicht.

 

Sind Durchdringungen wie Rohre, Kabel oder Löcher vorhanden, findet eine Luftströmung von der unteren warmen Seite nach oben statt. Hier ist mit Kondenswasser zu rechnen. Diese Stellen müssen Luftdicht verschlossen werden. Am besten mit Folienkleber oder Klebedichtmasse abdichten.

 

Im Zweifelsfall lieber eine Dampfbremse mit hohen Sd-Wert verwenden. Die Kosten sind gering und sicher ist sicher.

 

Eine variable Dampfbremse ist auf Betondecken nicht geeignet. Die Betondecke ist dichter als eine variable Dampfbremse. Bei einer Feuchteansammlung zwischen Betondecke und variabler Dampfbremse sinkt der Sd-Wert der Dampfbremse ab und die Feuchte gelangt in die Dämmung.

 

 

 

Im Neubau werden heute meistens Holzfaserdämmplatten als Unterdach auf die Sparren aufgebracht.

Sie sind auch gleichzeitig die Winddichte Ebene. Wird nun die Oberste Geschossdecke gedämmt, so muss für eine Belüftung im Dachspitz gesorgt werden, damit sich kein Kondenswasser, im Winter an der Innenseite der Holzfaserdämmplatte ansammelt. Während der Austrocknungszeit von Putz und Estrich entsteht im Gebäude eine extrem hohe Luftfeuchte die trotz angebrachter Dampfbremse in den Dachspitz gelangt. Dies kann durch Kalbeldurchlässe, noch nicht eingebauter oder offenstehender Bodenluke, nicht sorgfältig verklebte Dampfbremse oder Diffusion über die Flanken geschehen.

Auch wenn nur kurzzeitig die Bodenluke geöffnet wird gelangt schnell viel warme und feuchte Luft in den Dachraum wo an der Innenseite der Holzfaserdämmplatten oder Unterdachbahn kondensiert.

Wenn die eingebaute Bodenluke nicht dicht abschließt oder ordentlich an die Dampfbremse angeschlossen ist, gelangt feuchtwarme Luft in den Dachraum die dann kondensiert.

Wenn keine ausreichende Belüftung vorhanden ist verwandelt sich der Spitzboden schnell in eine Tropfsteinhöhle

Grafik: Schote
Grafik: Schote

Wie im Thema Dampfbremsen beschrieben, gilt als Stand der Technik  bei einer diffusionsoffener  Aussenschicht  von  Sd-Wert 0,3 m ( Holzfaserunterdachplatte) genügt innen eine Dampfbremse mit  min. Sd-Wert 2 m. Im Klartext bedeutet die Regel innen dichter als aussen.

Dies wird an den Dachschrägen so eigehalten. Aber wird auf die Kehlbalkendecke eine 25mm OSB- Platte aufgebracht entspricht dies einem Sd-Wert von 5m. Da die Dämmung der obersten Geschossdecke von der Funktion her eine Aussendämmung ist, ist die OSB-Platte die Aussenschicht mit einem hohen Sperrwert. Wurde nun eine variable oder feuchteadaptive Dampfbremse angebracht bevor die Wände verputzt und der Estrich eingebracht wurde, gelangt wegen der hohen Luftfeuchtigkeit viel Feuchte in die Dämmung weil variable Dampfbremsen bei hoher Luftfeuchte ihre hemmende Wirkung verlieren.

Die eingedrungene Feuchte staut sich unterhalb der OSB-Platte. Die Holzfeuchte in den Kehlbalken steigt an. Die Folge, Schimmelbildung im schlimmsten Fall bilden sich Holzzerstörerische Pilze.

Es werden variable Dampfbremsen, empfohlen damit eine Rücktrocknung  im Sommer zum Innenraum erfolgen kann. Nur der Hinweis dass diese Dampfbremsen erst nach Putz und Estricharbeiten und Abgeführter Entstandener Luftfeuchte eingebaut werden sollen wird nicht erwähnt. 

Oberste Geschossdecke(Kehlbalkendecke) im  Neubau

 

Um Feuchteschäden zu vermeiden, sollten ein paar Dinge beachtet werden.

Der Zeitpunkt an dem die Arbeiten ausgeführt werden ist von großer Bedeutung.

Die Arbeiten nur ausführen bei  Luftfeuchtigkeit unter 60%. Sonst drohen unterhalb der OSB-Platten Feuchtigkeitsprobleme durch eingeschlossene hohe Luftfeuchte.

Nach den Verarbeitungsempfehlungen der Plattenhersteller sind OSB-Platten erst nach Abschluss der Gips und Estrich arbeiten und der abgeführten entstandenen Luftfeuchtigkeit zu verlegen.

Die Holzfeuchtigkeit sollte  vorher gemessen werden und unter 15% liegen. Zum Messen der Holzfeuchte gibt es Messgeräte für ein paar Euro.

Im  Firstbereich  müssen Öffnungen in der Unterspannbahn, Holzfaserunterdachplatten  oder Dachschalung zur Belüftung gemacht werden.

Den Einbaurahmen der Bodenluke sorgfältig an die Dampfbremse anschließen und beim Einbau darauf achten, dass die Klappe dicht Schließt.

Durchdringungen wie Kabelkanäle, Kamin oder Rohre sorgfältig abdichten.

Die Winddichtheit zwischen den Sparren Herstellen.

 

Grafik: Schote
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Öffnung im Firstbereich

Foto: Schote
Foto: Schote

 

 

 

Grafik: Schote
Grafik: Schote
Grafik: Schote
Grafik: Schote
Grafik: Schote
Grafik: Schote
Grafik: Schote
Grafik: Schote

Als Unterdachbahn ist eine Unterdeckbahn oder Unterspannbahn gemeint.

 

Eine Unterdeckbahn liegt auf einem Untergrund auf. Dies kann eine Holzschalung, Holzfaserdämmplatte oder Dämmung sein. Sie sind diffosionsoffen und haben einen geringen Sd- Wert damit sich keine Feuchtigkeit ansammeln kann.

 

Eine Unterspannbahn hängt frei von Sparren zu Sparren und ist unterlüfftet. Das bedeutet die Dämmung reicht nicht an die Bahn heran oder es ist keine Vorhanden. Unterspannbahnen können einen höheren Sd- Wert haben oder diffosionsdicht sein.

 

Unterdeckbahnen lassen sich auch als Unterspannbahnen einsetzen. Anersherum ist dies nicht möglich.

Im Bild oben in dem Fall eine Unterdeckbahn verwenden.

 

 

 

 

 

Grafik: Schote
Grafik: Schote
Grafik: Schote
Grafik: Schote
Grafik: Schote
Grafik: Schote

 

Holzbalkendecke Altbau

 

Bei Holzbalkendecken in älteren Bestandsgebäuden ist keine Dampfbremse auf der

Unterseite vorhanden. Der Wasserdampf kann ungebremst nach oben durch zum Dachraum diffundieren. Wird hier eine Dampfbremse  mit hohem Sd-Wert oder eine Diffusionshemmende Dämmung über die Bodendielen gelegt, entsteht eine Sperrschicht. Bei schlecht dämmenden Mauerwerk und Durchdringungen kann die Luft abkühlen  und der Taupunkt verlagert sich zwischen der Dampfbremse und der Holzdielung. Die Holzfeuchte steigt an und Holzzerstörende Pilze können sich bilden.

Grafik:Schote
Grafik:Schote

So kann es aussehen wenn auf einem Holzboden eine Sperrschicht aus Dampfbremse, Dampfsperre, Estrich oder OSB-Platten aufgebracht wird.

Deshalb sollte man alle Dämmsysteme, für die oberste Geschossdecke, die Angeboten werden als äußerst kritisch bei Holzbalkendecken betrachten da sie eine Sperrschicht bilden. Es muss zuerst sichergestellt sein dass zwischen Bodendielung und  Dampfbremse kein Kondenswasser anfallen kann.

Grafik: Schote
Grafik: Schote

Die nächsten Bilder zeigen was man als Laie alles falsch machen kann.

Auf der Deckenunterseite wurden eine Traglattung und Gipskartonplatten angebracht.    

Es wurde ein Blindboden eingezogen auf dem eine normale Folie, die keine Zulassung als Dampfbremse besitzt, teilweise lückenhaft aufgelegt. Eine durchgehende Dampfbremse vor der Dämmung war somit nicht gegeben. Durch die Lücken kann Feuchtigkeit in die Dämmung eindringen und Schimmelbildung kann entstehen

Bild: Schote
Bild: Schote

Auf dem Blindboden, zwischen den Deckenbalken, wurde 10 cm Mineralwolle aufgelegt. An der Aussenwand entlang(Bild rechts) kann im Zwischenraum unterhalb des Blindbodens die Luft stark abkühlen. Durch den Blitz ist auf dem Bild nicht zu erkennen wie durch Fugen die Sonne durchscheint. Klar dass durch die Fugen auch der kalte Wind durchbläst und die warme Luft abkühlt. Die Dämmung ist ohne große Wirkung.

Holzbalken sollten niemals mit einer normalen Folie eingepackt werden. Es wird die Holzfeuchtigkeit eingesperrt. Wenn schon, dann mit einer Klimamembrane oder auch feuchte adaptive Dampfbremse genannt.

Bilder: Schote
Bilder: Schote

 

Möglichkeiten für eine nachträgliche Dämmung der obersten Geschossdecke.

 

Beispiel 1: Unten Bewohnt, Arbeiten nur von oben möglich.

                  Holzbalkendecke, Unterseite Putz auf Schifrohrmatten, Blindboden mit Schlacke, Oberseite         

                  Dielen, schlecht dämmendes Mauerwerk, Dämmung auf Boden aufgebaut.

                  Fehlende Dampfbremse. Dachplatten von innen sichtbar. Balkenabstand ca. 56 cm

                 

Wegen der fehlenden Dampfbremse auf der Unterseite ist ein Diffusionsoffener Aufbau zu empfehlen.

 

Ausführung: Boden begehbar mit Holzbretter

  1. Boden Umlaufend öffnen und Schlacke, Blindboden und Putzschicht entfernen.
  2. Umlaufend ein 50 cm hoch 60 mm Dicke XPS Dämmung ankleben mit Fliesenkleber oder Klebeschaum. Ebenso am Kamin, hier Steinwolle ankleben.
  3. Sollte wie hier abgebildet der Balken an der Giebelseite im Mauerwerk sein, muss zur Auflage ein neuer Balken eingezogen werden.
  4. Boden wieder verschließen. Etwas Abstand am Rand lassen.
  5. Kanthölzer 60/40 mm über der Balkenlage auf hochkant schrauben.
  6. Mineralwolle 035 60 mm dick dazwischen legen.
  7. Kanthölzer 60/40 mm quer im Abstand von ca. 600mm auf die unteren Kanthölzer schrauben.
  8. Mineralwolle 035 60mm dick dazwischen legen.
  9. Unterdachbahn Sd 0,3m über den kompletten Boden verlegen und am Rand etwas hochstehen lassen. Stöße ca.10 cm überlappen und verkleben. Die Ränder verkleben mit Folienkleber.                                                                                                                            Die Unterdachbahn dient der Winddichtigkeit und zum Schutz der Dämmung vor Verschmutzung, Insekten und evtl. eintröpfelndes Wasser bei einem Riss in einer Dachplatte.                                     
  1. Bodenbretter etwa 80/30 mm mit 1,5-2 cm Zwischenraum verschrauben. 

 

Dieser Aufbau entspricht einem U-Wert von 0,24.                 

Grafik: Schote
Grafik: Schote
Grafik: Schote
Grafik: Schote

Alternativ zur Dämmung mit XPS im Deckenbereich zwischen den Holzbalken kann auch mit Schüttung gedämmt werden. Ist manchmal einfacher als Dämmplatten zuschneiden und  Lücken ausschäumen.

Dazu werden die Bodenbretter entlang der Aussenwand entfernt. An den Balken aufrecht Leisten befestigt, eine Platte bis Oberkante zwischen den Balken eingestellt und an den Leisten befestigt. Anschliesend mit Perlite oder anderer Dämmschüttung bis Oberkante Balken aufgeschüttet.

 

Grafik: Schote
Grafik: Schote
Grafik: Schote
Grafik: Schote
Grafik: Schote
Grafik: Schote
Grafik. Schote
Grafik. Schote
Grafik: Schote
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Ausführung: Boden begehbar mit OSB-Platten

 

Wer sein Dachboden mit OSB-Platten belegen will, der sollte nicht die OSB–Platten direkt auf die Unterdachbahn  verschrauben. Zuerst Dachlatten aufschrauben und dann die OSB-Platten mit 2 cm Abstand zum Rand darüber.  So das eine Luftzirkulation unterhalb der OSB-Platte  stattfinden kann.

Von der Funktion ist eine Dämmung der Geschossdecke eine Aussendämmung. Bei einer  Aussendämmung ist immer eine Luftzirkulation zwischen Dacheindeckung und Dämmung oder Unterdach.  Komischer Weise wird bei einer Dämmung der obersten Geschossdecke zwischen Dämmung und Gehbelag (Die OSB-Platte vergleichbar wie die Dacheindeckung) nie eine Luftzirkulation gelassen.

Grafik: Schote
Grafik: Schote

 

 

 

 

Beispiel 2: Unten wird renoviert, Arbeiten von unten und oben möglich.

                    Aufbau wie Beispiel 1

                    Holzbalkendecke, Unterseite Putz auf Schifrohrmatten, Blindboden mit Schlacke, Oberseite         

                    Dielen, schlecht dämmendes Mauerwerk, Dämmung auf Boden aufgebaut.

                    Fehlende Dampfbremse. Dachplatten von innen sichtbar. Balkenabstand ca. 56 cm

 

Werden die Räume unterhalb der Geschossdecke renoviert, so wird meistens eine Tapete von der Decke entfernt. Häufig bröckelt der Putz ab, es sind Hohlstellen zwischen Putz und Traglattung und Lange Risse im Putz. Oft werden noch neue Leitungen verlegt. Bevor hier mit Schlitzklopfen, Ausbesserungs- und Spachtelarbeiten einen großen Aufwand betrieben wird kann es besser sein, den Putz, die Traglattung  und den Blindboden  zu entfernen, eine Dampfbremse, neue Latten und eine Gipskartondecke  einzubauen.

Eine Luftzikulation untehalb der OSB- Platte ist unbedingt erforderlich.

Wer meint das macht kein Mensch dem kann ich nur sagen stimmt. Aber geben Sie mal bei Google Schimmel unter OSB-Platte ein.

Grafik: Schote
Grafik: Schote

Dieser Aufbau enspricht einem U-Wert von 0,20

Grafik: Schote
Grafik: Schote