Silikonfugen selber machen

 

 

 

 

 

Inhalt:    Werkzeug

                 Silicon Arten

                 Acryl

                 Silikonfugen Schritt für Schritt

                 Silikonfugen zwischen Naturstein Küchenarbeitsplatten

                 Fugensanierung

 

 

Werkzeug:

Bild: Schote
Bild: Schote

 

 

 

Spülmittel oder Glättemittel?

 

Zum Abziehen des Fugenmaterials wird ein Wasser- Spülmittel Gemisch oder Glättemittel benötigt.

 

Wasser-Spülmittel Gemisch

Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Wer Glättemittel herstellt oder verkauft hat natürlich viele Gründe gegen Spülmittel und rät davon ab.

 

Viele Handwerker, auch ich, nehmen ein Wasser-Spülmittel Gemisch. Allerdings kann nicht jedes Spülmittel genommen werden. Bei manchen ist das Glätten schwer möglich und die Oberfläche wird stumpf und rau. Das zieht eine Schlieren Bildung und Verschmutzung der Oberfläche nach sich. Nach meiner Erfahrung eignen sich normale dünnflüssige Spülmittel ohne sonstige Zusätze am besten. Spülmittel- Konzentrat oder Spülmittel- Balsam oder ähnliches ist schlecht geeignet.

 

Glättemittel

Hauptberufliche Verfuger nehmen meistens ein Glättemittel weil der Hersteller aus Gewehrleistungsgründen dies vorschreibt.

 

Mit Glättemittel tut man sich auf jeden Fall leichter als mit Spülmittel. Wer mehrere Meter verfugen möchte ist mit einem Glättemittel besser bedient.

 

Silikonabzieher

Es gibt verschiedene Abzieher für geringes Geld zu kaufen. Vom Profil her gibt es Hohlkehle und Dreiecksfuge in unterschiedlichen Größen. Nach Din sollten Dreiecksfugen gemacht werden. Ob Dreiecksfuge oder Hohlkehlfuge darüber lässt sich streiten. Wenn nur Dreiecksfugen gemacht werden sollen, warum werden dann Abzieher mit Hohlkehle angeboten?

 

Alternativ zu den Käuflichen Abziehern können sie ein Eisstiel nehmen. Mit etwas Schleifpapier kann die Rundung größer geschliffen werden. Diese Methode machen viele Handwerker, weil sie handlicher ist als mit manchen Abziehern.

 

Hinterfüllschnur

Bei Dehnungsfugen soll eine Dreiflankenhaftung vermieden werden. Dazu wird eine Hinterfüllschnur in die Fuge eingedrückt. Das geht natürlich nur dementsprechender Fugengröße.

 

Dadurch wird auch Silikon gespart, das teurer ist als die Rundschnur.

 

 

 

Grafik.Sschote
Grafik.Sschote

 

Silikonarten

 

Silikone unterscheiden sich durch ihr Trocknungsverhalten und werden in zwei Arten eingeteilt.

 

In Acetat-,Essig-Sauer vernetzende Silikone und Neutrale Silikone.

 

Acetat-, Essig- oder Sauer vernetzende Silikone reagieren mit Luftfeuchtigkeit und setzen Lösemittel frei bis Sie durchgehärtet sind.

 

Neutrale vernetzende Silikone sind neben Lösungsmitteln auch auf Wasserbasis gelöst. Beim Trocknen nehmen sie keine Luftfeuchtigkeit auf ,sondern verdunsten Wasser.

 

Silikon ist nicht gleich Silikon. Je nach dem auf welchem Untergrundmaterial die Fuge gemacht werden soll, gibt es ein Silikon mit entsprechender Zusammensetzung.

Es ist deshalb wichtig für das jeweilige Untergrundmaterial das geeignete Produkt zu finden.

 

Anwendung:

 

Acetat-, Essig- oder Sauer vernetzende Silikone haben eine bessere Haftung auf glatten Untergründen wie zum Beispiel Glas, Fliesen und Keramik. Für eine kurze Zeit setzt sich Essigsäure frei die einen entsprechenden Geruch ab gibt.

Nicht Verwenden bei Kupfer, Zink, unbehandeltem Stahl, Naturstein und Putze.

 

Neutrale vernetzende Silikone werden bei mineralischen Baustoffen und allen Säureempfindlichen Untergründen verwendet.

 

 

Silikonauswahl:

 

Wer im Baumarkt steht, sieht im Regal viele Sorten von Silikon wie Bausilikon, Fenstersilikon, Küchensilikon, Acrylwannensilikon, Sanitärsilikon, Natursteinsilikon und so weiter. Jetzt lesen Sie auf den Kartuschen unter Anwendungsbereich so ziemlich bei allen das Gleiche. Die große Frage ist nun was ist der Unterschied?

 

Die meisten Silikone können in mehreren Bereichen eingesetzt werden, jedoch nicht auf allen Untergrundmaterialien. Ein Sanitärsilikon kann in einem Sanitärbereich mit Natursteinfliesen nicht Verwendet werden. Hier kann auf Grund des Namens Sanitärsilikon ein gravierender Fehler passieren weil man denkt das es ein Sanitärbereich ist. Das gleiche gilt für Acrylwannensilikon bei Acrylwannen und Natursteinfliesen und Küchensilikon bei Natursteinarbeitsplatten oder Natursteinfliesen. Bei Natursteinen darf nur Natursteinsilikon verwendet werden.

 

Auch auf bestimmte Metallen können nicht alle Silikone genommen werden.

 

Sie sollten deshalb beim Silikonkauf immer darauf achten auf welchen Materialien das Silikon angewendet werden kann und sich nicht auf den Namen wie z.B. Sanitärsilikon verlassen.

 

Natursteinsilikon: Spezielles Silikon durch das keine Verfärbungen oder Zersetzungen an Natursteinmaterialien entstehen. Für Natursteine kann kein anderes Silikon verwendet werden.

 

Natursteinsilikon kann überall eingesetzt werden jedoch auf Grund des höheren Preises nur bei Naturstein zu empfehlen.

 

Auf den Kartuschen ist ein Ablaufdatum aufgedruckt. Spätestens 3 Monate nach dem Ablaufdatum sollte das Silikon nicht mehr verwendet werden. Sie können aber etws auf Papier spritzen und am nächsten Tag schauen ob es hart und elastisch ist. Älteres abgelaufenes Silikon härtet nicht mehr aus.

Bild: Schote
Bild: Schote

 Acryl

 

Im Gegensatz zu Silikon ist Acryl nicht so dehnbar aber dafür überstreichbar. Es wird deshalb für Risse im Mauerwerk, Anschlussfugen zwischen Fensterrahmen-, Türrahmen-, Sockelleisten-, Einbaumöbel und Wand und Eckfugen im Trockenbau verwendet.

Auf glatten Untergründen wird ein Maleracryl verwendet.

Auf rauen Untergründen wie z.B. Strukturputz wird ein Strukturacryl verwendet.

 

Acryl schrumpft beim Aushärten. Es ist deshalb nötig bei größeren Fugen eine zusätzliche Schicht nochmal aufzutragen.

 

Ein Überstreichen der Acrylfuge vor dem vollständigen aushärten der Fuge zieht Rissbildung im Farbanstrich nach sich.

 

Es sollte der Anstrich erst nach einer Aushärtezeit von einer Woche erfolgen. In der Praxis wird meistens am nächsten Tag gestrichen und die Aushärtezeit nicht eingehalten.

Stark saugende Untergründe wie Gipskartonplatten, Gipsfaserplatten und unbehandelte Putze müssen mit Tiefgrund oder einer Mischung aus 2 Teile Wasser und 1 Teil Acryl vorbehandelt sein.

 

Gipskarton-, Gipsfaserplatten und Roh verputzte Wände müssen vor dem Streichen, Tapezieren oder Deckputz grundiert werden. Acrylfugen erst nach dem Grundieren machen.

 

 

Silikonfugen Schritt für Schritt

 

Fugen müssen trocken und staubfrei sein.

 

Zuerst füllen Sie die Sprühflasche mit verdünntem Glättemittel oder Wasser-Spülmittel Gemisch.

 

Den kleinen Behälter füllen Sie ebenfalls damit.

Bild: Schote
Bild: Schote

 

 

Legen Sie nun die Fugengröße fest.

 

Bild:  Schote
Bild: Schote

 

Schneiden Sie die Kartuschendüse etwa 45 Grad schräg ab. Darauf achten das Öffnung der Fugengröße entspricht. Die Kartusche an der Spitze des Gewindes aufschneiden und die Düse aufschrauben. Die Zahnstange der Spritze ganz herausziehen und die Kartusche einlegen. Die Zahnstange wieder einschieben bis sie am Kurtaschenboden ansteht.

 



Bild: Schote
Bild: Schote

 

Den Handhebel drücken bis das Silikon vorn an der Düse ist. Die Spritze schräg zur Fuge ansetzen und mit gleichmäßigem Druck das Silikon in die Fuge spritzen.

 

Beim Absetzen der Silikonspritze den Druck entspannen. Am oberen Ende der Spritze die Klappe drücken. Vor dem wieder ansetzen das herausgedrückt Silikon an der Düsenspitze abwischen.

 

Dies erfordert ein wenig Übung. Fangen Sie deshalb erst an einer Stelle an die weniger sichtbar ist.

 

Machen Sie nicht mehr als 3 bis 4 m.

 

Bild: Schote
Bild: Schote

 

Mit der Handspritze die die Fuge besprühen. Dort wo weiter gefugt werden soll vorher mit besprühen aufhören. Die Stelle muss trocken bleiben. Sonst hält das Silikon nicht.

 

Bild: Schote
Bild: Schote

 

Den Silikonabzieher in das Mittel tauchen.

 

Bild: Schote
Bild: Schote

 

Danach auf der Fuge das überschüssige Silikon abziehen. Nur kleine Stücke mit max. 50 cm machen.

 

Bild: Schote
Bild: Schote
Bild: Schote
Bild: Schote

 

Das Silikon am Abzieher abstreifen und den Abzieher wieder eintauchen und weiter abziehen.

 

Bild: Schote
Bild: Schote

 

Die Abgezogene Fuge erneut leicht besprühen.

 

Bild: Schote
Bild: Schote

 

Mit dem Finger ohne Druck nachglätten.

 

Bild: Schote
Bild: Schote

 

Vorsichtig ohne an die Fuge zu kommen Glättemittel abwischen. Die nächsten 4 Stunden sollte man nicht mehr die Fuge berühren.

 

 

Silikonfugen zwischen Naturstein Küchenarbeitsplatten

 

Bild: Schote
Bild: Schote

Arbeitsplatten seitlich des Stoßes  mit Krepp- Klebeband abkleben

Bild: Schote
Bild: Schote

Natursteinsilikon auftragen

Bild: Schote
Bild: Schote

Da die Fugen meistens ca. 3 mm breit sind, Silikon in die Fuge mit dem Abzieher eindrücken.

Bild. Schote
Bild. Schote
Bild: Schote
Bild: Schote

Klebeband entfernen.

Die Fuge nochmal leicht besprühen.

Bild: Schote
Bild: Schote

Mit dem Finger ohne Druck nachglätten.

 

 

Fugensanierung

 

Noch in Bearbeitung, es geht bald weiter.